Mofa Kupplung – automatisch und einfach
Funktionsweise einer Mofa-Kupplung
Nicht alle Vintage-Mofas sind mit einem Variator ausgestattet, aber sie verfügen alle über eine automatische Kupplung. Wie bei einem Motorrad mit Schaltgetriebe besteht ihre Aufgabe darin, den Motor und das Getriebe zu trennen oder zu verbinden. Der wesentliche Unterschied ist die Fliehkraftkupplung, die bei Erreichen einer bestimmten Motordrehzahl selbstständig einkuppelt.
Im Gegensatz zu einem modernen Roller kann die Kupplung auf zwei verschiedene Arten funktionieren:
- Bei Mofas / Mopeds mit Pedalen wird die Kupplung direkt von der Kurbelwelle angetrieben. Die Kupplung arbeitet mit Fliehkraft und verfügt über Kupplungsbacken, die durch Federn außen geschlossen gehalten werden (welche die Kupplungsglocke antreiben), aber auch über eine Zentralscheibe, die durch Kugeln weggedrückt wird. Die Zentralscheibe beeinflusst vor allem den Anfahrpunkt. Die Backen halten die Kupplung im Betrieb fest eingerückt.
Wenn die Drehzahl steigt, erhöht sich die Rotationsgeschwindigkeit, die Fliehkraft nimmt zu und die Backen öffnen sich, um in die Glocke zu greifen, die dann direkt den Keilriemen antreibt. Im Leerlauf steht der Riemen also still. - Bei Mokicks mit Kickstarter befindet sich die Kupplung an der hinteren Riemenscheibe. Ebenfalls als Fliehkraftkupplung ausgelegt, wird sie hier vom Keilriemen angetrieben und öffnet sich, wenn die Motordrehzahl steigt. Sie treibt dann die Glocke an, die wiederum das Zahnrad des Endantriebs antreibt. Im Gegensatz zum System mit Kupplung vorne dreht sich der Antriebsriemen hier also auch im Leerlauf.
In beiden Fällen ist also kein direkter Kuppelvorgang erforderlich, um anzufahren.
ACHTUNG: Bei einigen deutschen Modellen (Simson, Kreidler, ...), die zwar unter Mofa oder Moped laufen, ist die Kupplung nicht automatisch. Hier ähnelt die Funktionsweise einer Motorrad-Kupplung.
Mofa-Kupplung und Motortuning
Wie bei jedem Zweirad muss die Kupplung angepasst werden, wenn die Leistung steigt. Auch bei Mofas oder Mopeds geht es dabei nicht nur um Zuverlässigkeit, sondern auch um den Einkuppelzeitpunkt. Eine Fliehkraftkupplung lässt sich präzise abstimmen.
Da getunte Motoren ihr Potenzial meist bei höheren Drehzahlen entfalten, ist es besonders sinnvoll, den Einkuppelzeitpunkt nach hinten zu verschieben. Ziel ist es, einen spritzigeren Start und ein besseres Hochdrehen zu erreichen. Je nach System (Kupplung auf der Kurbelwelle oder auf der Riemenscheibe) könnt ihr über die Kugeln, die Sternfeder der Kupplungsscheibe, die Kupplungsfedern oder das Gewicht der Kupplungsbacken variieren.
Empfehlungen:
Je nach Tuning-Level (Setup) ist es nicht unbedingt notwendig, die komplette Kupplung zu ersetzen. Eine Abstimmung ist jedoch meist unerlässlich.
- Ihr wechselt vom Originalauspuff auf einen Sportauspuff? Ihr könnt versuchen, die Kupplung leichter zu machen, indem ihr Kugeln entfernt oder mehrere Sternfedern (an der Scheibe) einsetzt. Auch härtere Kupplungsfedern sind erhältlich.
Beispiel: Malossi Federsatz - Ihr rüstet euer Mofa mit einem leistungsstärkeren Zylinder aus? Dann solltet ihr über eine verstärkte und leichtere Kupplung nachdenken. Diese ist langlebiger und greift erst bei höheren Drehzahlen.
→ Beispiel: verstärkte Motoforce Scheibe, erleichterte Motoforce Kupplungsbacken, Doppler Sportkupplung - Ihr baut einen echten Rennmotor mit sehr spitzer Leistungscharakteristik (hohe Leistung in einem schmalen Drehzahlband): Hier müsst ihr auf eine verstärkte und gleichzeitig leichtere Kupplung setzen, am besten als Komplettkit. In diesem Fall sollte man auf ein System an der hinteren Riemenscheibe wechseln, um das Gewicht auf der Kurbelwelle zu reduzieren und die Abstimmung zu erleichtern.
→ Beispiel: Doppler ER2 System
Außerdem ist ein weiteres Element der Kupplung wichtig: die Kupplungsglocke. Je leistungsstärker der Motor ist, desto heißer kann die Kupplung werden. Ihr solltet daher die Glocke entsprechend anpassen und ein belüftetes Modell wählen, das zu eurer Kupplung passt.
Fehler und falsche Einstellungen erkennen
Bevor wir über Defekte sprechen: Bei einem Originalmotor sind die Kupplungen extrem langlebig und verschleißen fast nie. Bei getunten Motoren verschleißen sie schneller, besonders wenn ihr sie für sehr aggressive Starts abstimmt.
Die Hauptsymptome für Verschleiß sind: Die Kupplung rutscht durch, das Einkuppeln ist schwierig oder erfolgt nicht mehr zum richtigen Zeitpunkt (die Federn sind ausgeleiert oder gelängt).
Die Hauptsymptome einer falschen Abstimmung sind:
- Der Motor dreht sehr hoch, bevor die Kupplung greift, und das Anfahren ist sehr ruckartig: Federn zu hart oder Kugeln und Backen zu leicht.
- Die Kupplung rückt ein, während die Drehzahl noch zu niedrig ist, das Anfahren ist träge: Federn zu weich oder zu stark gedehnt.
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